Mögliche Einbaufehler
Damit Sie aus den Erfahrungen anderer Kunden profitieren können, finden Sie hier eine Liste von möglichen Einbaufehlern.
- Die serienmäßigen Anschlagbegrenzer (Federwegbegrenzer) wurden nicht gekürzt.
(Besser ist allemal die Verwendung von Sportfederwegbegrenzern welche auf die entsprechende Tieferlegungsrate abgestimmt werden müssen)
- Federn werden verkehrt herum (auf dem Kopf) eingebaut.
(Die Beschriftung ist kein Merkmal für die Einbaulage der Feder!)
- Vorderachs- (VA) und Hinterachs- (HA) Federn werden vertauscht.
(Die Federn haben in der Beschriftung die Abkürzung VA (vorne) und HA (hinten), welche für die Verwendung bindend ist)
- Federteller werden verkehrt herum eingebaut.
(Achten Sie daher vor Demontage der Altteile auf die Einbaulage)
- Transportsicherungen (Sprengringe) werden nach dem Einbau nicht entfernt.
- Beschädigungen der Kolbenstange durch Festhalten mit Zangen oder ähnlichem Werkzeug.
(Verwenden Sie daher unbedingt nur die vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Spezialwerkzeuge)
- Überdehnen der Gewinde durch zu festes Anziehen der Muttern oder Schrauben (Schlagschrauberbenutzung).
(Benutzen Sie zur Montage niemals Luftdruckwerkzeuge, sondern die vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Spezialwerkzeuge und halten Sie sich bitte unbedingt an die vorgeschriebenen Anzugdrehmomente.)
- Nichtbeachtung der Einbaulage von Sicherungsscheiben und Anbauteilen.
(Wie oben bereits erwähnt, achten Sie bitte vor Demontage auf die Einbaulage aller Einzelteile. Machen Sie sich eventuell Skizzen. Eine kleine Ursache verursacht oftmals große Probleme)
- Verwendung von nicht geeigneten Fahrwerkskomponenten.
(Alle unsere Fahrwerksysteme sind auf dem entsprechenden Fahrzeugtyp genau abgestimmt. Dabei spielen Gewichte, Federbeinlage, Federnsitz, Bremsanlage, Motorleistungen, Ausstattungen und viele andere Faktoren eine Rolle. Das beiliegende Teilegutachten ist niemals als Maßstab für die technische Verwendbarkeit maßgeblich. Nur unser jeweils gültiger Hauptkatalog kann Aufschluss über die Verwendung geben.)
Wer clever ist, fährt WEITEC Fahrwerktechnik. Für alle, die mehr wissen wollen!
Das Fahrwerk ist eine der wichtigsten Komponenten des Automobils. In erster Linie ist es das Fahrwerk, das für den Fahrkomfort, die Straßenlage und damit auch für die Sicherheit verantwortlich ist. Aber auch die Alltagstauglichkeit ist im Wesentlichen von der Abstimmung des Fahrwerkes abhängig.
Automobilhersteller investieren Millionenbeträge in die Entwicklung neuer Fahrwerksysteme. Das Entwicklungsziel aller Automobilhersteller ist jedoch grundsätzlich eine Lösung, die die Bedürfnisse einer breiten Kundengruppe erfüllt. Aus diesem Grund sind Originalfahrwerke immer nur ein Kompromiss aus Alltagstauglichkeit, Optik und Fahrverhalten.
Individuelle Vorstellungen können daher nur selten erfüllt werden.
Mit unserem nachfolgenden „Fahrwerks - ABC“ möchten wir unseren Kunden offen aufzeigen, auf welche neuen Kompromisse man sich bei Verwendung der unterschiedlichsten Lösungen einstellen muss. Denn jede Umrüstung bedeutet grundsätzlich eine Verschiebung der Vor- und Nachteile.
- ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis)
Eine Allgemeine Betriebserlaubnis entbindet von der Verpflichtung zur Abnahme. Die ABE muss lediglich in dem Fahrzeug mitgeführt werden. Voraussetzung ist, dass die in der ABE aufgeführten Auflagen erfüllt sind.
- Dämpfercharakteristik
Die Dämpfercharakteristik ist bestimmend für den Fahrkomfort, das Fahrverhalten und somit auch für die Fahrsicherheit. In der Umgangssprache spricht man auch von der „Dämpferhärte“. Es werden Stoßdämpfer mit fester und einstellbarer Dämpfercharakteristik angeboten.
Der Unterschied zum jeweiligen Originalstoßdämpfer ist reell nur mit einem Diagramm darstellbar, da sich die „Dämpferhärte“ mit ändernder Kolbenstangengeschwindigkeit ebenfalls verändert. Da die Vorstellungen der Anwender sehr unterschiedlich sind, empfehlen wir grundsätzlich die Verwendung von Sportstoßdämpfern mit einstellbarer Dämpfercharakteristik, da diese den individuellen Anforderungen angepasst werden können.
- Gewindefahrwerk
Mit einem Gewindefahrwerk wird dem Anwender die Möglichkeit gegeben, die Fahrzeughöhe millimetergenau einzustellen. Je nach Bauart ist die Einstellung an der Vorder- und Hinterachse selbst im eingebauten Zustand möglich. Die spezielle Bauform erlaubt tiefere Standhöhen als bei herkömmlichen Fahrwerken. Es werden Gewindefahrwerke mit fester und einstellbarer Dämpfercharakteristik angeboten.
Nach Möglichkeit sollten grundsätzlich Fahrwerke mit einstellbarer Dämpfercharakteristik gewählt werden, da mit unterschiedlichen Höheneinstellungen auch unterschiedliche Ansprüche an die Stoßdämpfereinstellungen entstehen. Das aufwendige Herstellungsverfahren einer einstellbaren Dämpfercharakteristik macht diese Systeme teurer. Gewindefahrwerke werden mit Teilegutachten oder Musterbericht angeboten.
- Musterbericht
Ein Musterbericht stellt lediglich eine Arbeitsgrundlage für die vorgeschriebene Abnahme der Umrüstung nach § 21 StVZO dar. Die Prüfungen sind besonders umfangreich und können nur von besonders befähigten Stellen durchgeführt werden (In den alten Bundesländern durch TÜV-Prüfstellen, in den neuen Bundesländern durch DEKRA-Prüfstellen).
- Nutenverstellung
Bei einigen Fahrzeugen ist bauartbedingt der Einsatz einer Nutenverstellung möglich. Die Nutenverstellung wird an der Hinterachse eingesetzt und ermöglicht, die Höhe des Federtellers und damit die Fahrzeughöhe, in einem bestimmten Bereich zu verstellen. Zur Verstellung muss der Stoßdämpfer jeweils ausgebaut werden. Stoßdämpfer mit Nutenverstellung sind eintragungspflichtig.
- Restfederweg
Der Restfederweg ist der mögliche Arbeitsweg des Stoßdämpfers und hat somit einen direkten Einfluss auf den Fahrkomfort, die Straßenlage und die Fahrsicherheit. Fehlender oder zu geringer Restfederweg führt zu Wirkungsverlust der Stoßdämpfer und kann daher zu kritischen Fahrsituationen führen.
Mit zunehmender Tieferlegung und Beladung des Fahrzeugs wird der Restfederweg verringert. Durch Verwendung spezieller Sportstoßdämpfer kann zusätzlicher Restfederweg gewonnen werden (die Verwendung von Sportstoßdämpfern wird dringend empfohlen).
- Schraubfahrwerk
Siehe Gewindefahrwerk
- Sportstoßdämpfer
Sportstoßdämpfer werden als solche bezeichnet, wenn Ihre Eigenschaft von dem Originalteil abweicht. Es gibt eine Vielzahl von Ausführungen und Qualitäten. Bitte entnehmen Sie unseren jeweiligen Produktbeschreibungen, mit welchen Eigenschaften die verschiedenen Stoßdämpfermarken ausgestattet sind. Hauptmerkmale eines Sportstoßdämpfers ist die Dämpfercharakteristik, verkürzte Gehäuse, verkürzte Kolbenstangen, Nutenverstellung und verstärkte Bauformen.
- Teilegutachten
Ein Teilegutachten ermöglicht die vorgeschriebene Abnahme der Umrüstung nach § 19 Abs. 3 StVZO (vereinfachte Abnahme), welche von vielen amtlich anerkannten Sachverständigen sowie TÜV- und DEKRA-Prüfstellen angeboten wird.
- Tieferlegungsfedern
Durch veränderte Kennlinien oder Maße gegenüber der Originalfeder wird die Tieferlegung erreicht. Abhängig von der Tieferlegungsrate müssen gekürzte bzw. Rebound Stoßdämpfer verwendet werden. Entscheidende Qualitätsunterschiede liegen im Material, der Nachbehandlung und der Oberflächenvergütung. Tieferlegungsfedern werden mit ABE, Teilegutachten oder Musterbericht angeboten. Vorteile einer Tieferlegung sind: Sportliche Optik, kürzere Bremswege (verkürztes Nickverhalten), verbesserte Straßenlage (Herabsetzung des Schwerpunktes).
Vor Einsatz sollte man jedoch auch die Nachteile einer Tieferlegung bedenken, wie verminderte Bodenfreiheit, höherer Belastung anderer Fahrwerkkomponenten, höherer Verschleiß der Stoßdämpfer (der Einsatz geeigneter Sportstoßdämpfer wird dringend empfohlen), siehe auch Thema Tieferlegungsrate.
- Tieferlegungsrate
Wie groß die jeweiligen Vor- und Nachteile einer Fahrwerkumrüstung sind, hängt wesentlich von der gewählten Tieferlegungsrate ab. Global gilt: Je tiefer das Fahrzeug, desto geringer die Bodenfreiheit, desto höher die Belastung und der Verschleiß anderer Fahrwerkkomponenten. Auch der Fahrkomfort lässt mit zunehmender Tieferlegungsrate nach.
Bei Extrem-Tieferlegungsraten müssen häufig zusätzliche Umrüstungen vorgenommen werden, um die Radfreigängigkeit, den notwendigen Restfederweg und andere wichtige Faktoren wieder herzustellen.
- Verkürzte Gehäuse
Werden Sportstoßdämpfer mit verkürzten Gehäusen verwendet, wird damit zusätzlicher Restfederweg gewonnen. Dieses System kann bei allen Stoßdämpfern, mit Ausnahme von Stoßdämpferpatronen, eingesetzt werden. Damit erhöht sich der Fahrkomfort, Fahrwerkkomponenten werden geschont und die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen wird erleichtert. Stoßdämpfer mit verkürzten Gehäusen sind eintragungspflichtig.
- Verkürzte Kolbenstangen
Für bestimmte Tieferlegungsraten müssen Tieferlegungsfedern konstruktionsbedingt mit Stoßdämpfern eingesetzt werden, bei denen der Ausfahrweg der Kolbenstange begrenzt ist. Es gibt zwei Verfahren, wie diese Eigenschaft erfüllt werden kann. Bei einem Verfahren werden kürzere Kolbenstangen eingesetzt, was den zusätzlichen Vorteil hat, dass die Gefahr eines Durchschlagens minimiert wird.
Bei dem zweiten Verfahren werden sogenannte Reboundhülsen eingesetzt. Die Reboundhülse begrenzt den Ausfahrweg der Kolbenstange. Der technische Effekt, nämlich die Erzielung von Federvorspannung, ist der gleiche. Da die Kolbenstange jedoch nicht verkürzt ist, besteht die Gefahr des Durchschlagens.